Der IT-Standort Saarland wird weiter gestärkt
Das Cluster "it.saarland" startet unter Federführung des Kompetenzzentrums Informatik in eine neue Phase.
Das Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes wird den Transfer von Ergebnissen der Informatikforschung in die Industrie verstärken. Dazu bündelt die Landesregierung die Aktivitäten des Kompetenzzentrums Informatik und der Zentrale für Produktivität und Technologie Saar (ZPT) unter dem Dach des Clusters "it.saarland". Mit einer Fördersumme von rund einer Million Euro sollen in den kommenden drei Jahren die Industriekontakte verstärkt und die erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit für den IT-Standort Saarland fortgesetzt werden.
Unter dem Markennamen "Informatik Saarland" hat das Kompetenzzentrum in den vergangenen fünf Jahren die Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit über herausragende Forschungsergebnisse informiert. Insbesondere wirkte es daran mit, noch mehr Studierende im In- und Ausland zu motivieren, ihre wissenschaftliche Laufbahn im Saarland zu beginnen. Das Cluster it.saarland bündelt die Aktivitäten der saarländischen IT-Wirtschaft und schafft Anknüpfungspunkte für Kooperationen mit Hochschul- und Forschungspartnern. Das Spektrum an Dienstleistungen, Produkten und Know-how der saarländischen IT-Firmen ist über die letzten Jahre stetig gewachsen. Wirtschaftsinformatik, Unternehmenssoftware, Sprachverarbeitung, Sicherheitslösungen und Künstliche Intelligenz sind herausragende Felder mit international renommierter Kompetenz aus dem Saarland.
"Die Zusammenarbeit zwischen der Informatik-Forschung und der regionalen IT-Wirtschaft wird weiter intensiviert. Das Saarland wird als IT-Standort dadurch noch wettbewerbsfähiger", so der Wirtschafts- und Wissenschaftsminister und ZPT-Präsident. Prof. Philipp Slusallek, Sprecher des Kompetenzzentrums Informatik, betont: "Die saarländische Informatik-Forschung hat ihre Exzellenz unter Beweis gestellt. Graduiertenschule und Exzellenzcluster sowie das Intel Visual Computing Institute sind die jüngsten Erfolgsgeschichten. Nun gilt es, auch die IT-Wirtschaft näher an diese Forschungsthemen heranzubringen und davon profitieren zu lassen."
Unter Federführung des Kompetenzzentrums Informatik werden künftig drei Partner zusammen das Cluster "it saarland" voranbringen. Neben dem Kompetenzzentrum sind dies die ZPT, die mit dem Software Forum Saar und dem Kompetenzzentrum Elektronischer Geschäftsverkehr seit Jahren erfolgreiche Vernetzung in der Region betreibt, sowie mit Winfried Weinem zusätzlich ein Dienstleister mit langjähriger IT-Branchenerfahrung. Winfried Weinem wird die Aktivitäten von Kompetenzzentrum und ZPT um ganz konkrete Transferaufgaben ergänzen und als Ansprechpartner für die saarländischen IT-Firmen Kontakte zu HTW, Universität und den Forschungseinrichtungen herstellen. Dadurch können Forschungsergebnisse schneller und direkter zu den interessierten Unternehmen gelangen. Das Kompetenzzentrum Informatik wird dazu beitragen, dass die Informatikforschung bundesweit und international noch stärker als IT-Leuchtturm sichtbar wird. Ziel ist es außerdem, Ausgründungen aus der Universität zu fördern und weitere Unternehmen im Umfeld der IT-Forschung anzusiedeln. Erst vor kurzem hat die Firma Intel ein neues Forschungslabor, das Intel Visual Computing Institute, auf dem Universitäts-Campus in Saarbrücken eröffnet.
Das Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes wurde im Jahr 2004 mit Unterstützung der saarländischen Landesregierung gegründet. Es haben sich darin die rund 40 Informatik- und informatiknahen Lehrstühle der Universität sowie die außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Saarland zusammengeschlossen. Dazu zählen die Max-Planck-Institute für Informatik und Softwaresysteme, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) sowie das Leibniz-Zentrum für Informatik, Schloss Dagstuhl, im nördlichen Saarland. Vor zwei Jahren bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das Exzellenzcluster "Multimodal Computing and Interaction" und die Saarbrücker Graduiertenschule für Informatik im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder.
Die Erfolgsgeschichte des Informatik-Standortes geht somit weiter und konnte kürzlich durch einen weiteren Baustein ergänzt werden. Wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bekannt gab, konnte sich das Spitzencluster "Software-Innovationen für das digitale Unternehmen" unter den zehn Endrunden-Teilnehmern im Spitzencluster-Wettbewerb der Bundesregierung durchsetzen. Daran wirken unter anderem das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering sowie die Universitäten in Kaiserlautern, Karlsruhe, Darmstadt und Saarbrücken mit. Als Industriepartner sind SAP AG, Software AG und IDS Scheer AG sowie eine ganze Reihe kleiner und mittelständischer Unternehmen beteiligt.
Jeder der fünf Spitzencluster, die in dieser Wettbewerbsrunde erfolgreich waren, erhält über fünf Jahre bis zu 40 Millionen Euro staatliche Förderung. Industrie und private Investoren sollen zusätzlich die gleiche Summe aufbringen. Das DFKI, die Universität des Saarlandes und die beteiligten saarländischen Software-Unternehmen erhalten insgesamt 11 Millionen Euro an zusätzlicher Förderung über die nächsten fünf Jahre.